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Meditation

Aktualisiert: 13. Juli 2021

Meditation ist in aller Munde. Doch was ist denn dieses Meditieren überhaupt? Was passiert auf physiologischer Ebene, welche Möglichkeiten zur Meditation stehen zur Verfügung und darf es denn auch mal schwer sein sich zu entspannen? Diesen Fragen widme ich diesen Text und freue mich, wenn Du vielleicht ein paar Anregungen mitnehmen kannst auf dem Weg zu Deinem Zustand von innerer Ruhe. Was ich Dir gerne vorab mitgeben möchte: Atme und übe Dich in Gnade mit Dir selbst.



Der physiologische Aspekt

Physiologisch gesehen verlangsamen sich während einer Meditation die Atem- und Herzfrequenz, sowie die Schwingungswellen im Hirn, außerdem wird der Blutdruck niedriger. Diese wissenschaftlich belegten Tatsachen sind eine Begleiterscheinung, machen aber noch lange keinen Zustand von Meditation aus. Es ist nämlich das Erleben, welches Meditation bedeutet – ein Zustand, der geschieht und nicht erzwungen werden kann. Auch wenn die physiologischen Aspekte nicht unbedingt ein Indiz für den Zustand der Meditation bedeuten müssen (sich reglos hinsetzen, den Mund zu halten, und die Augen zu schließen – ist nicht Meditation) so gehen sie damit einher und können gleichzeitig auf körperlicher Ebene eine gute Voraussetzung bedeuten, um in Meditation zu kommen.


Der Alltag besteht aus viel Bewegung, heutzutage in vielen Berufen aus mehr geistiger, als körperlicher Art. Anforderungen, Verpflichtungen begegnen den Menschen ebenso tagtäglich wie – vor allem in Städten – große Überflutung an Reizen, wie Lärm, viele Menschen und Dinge auf einmal sehen zu müssen, die unsere Sinne überfordern und auf Dauerreaktion halten. Unsere Sinne erfahren somit wenig Ruhe – genau das kann jedoch zur großen Sehnsucht werden – zur Ruhe kommen und in die Stille kommen zu wollen.


Meditation als Zustand

Meditation wird als Zustand bezeichnet, in dem der Mensch zur Ruhe kommen und Stille erfahren darf. Der Geist aus seinen gewohnten Denkmustern auszubrechen vermag, sich von Meinungen, Urteilen, Bewertungen, Analysen, Schemata und Rückschlüssen, sich aus dem konditionierten Sein zu lösen – die Abwesenheit von gewohnten Strukturen und damit sich in reine Beobachtung begeben kann. Und sich damit der Mensch geistig, seelisch und körperlich öffnet und zulässt, was auch immer da kommen mag. Es darf geschehen, ohne etwas verändern, unterdrücken oder gar wegdrängen zu müssen.


Denn die Stille, von der beim Meditieren die Rede ist, heißt nicht zwangsläufig vollkommene Leere von Geist und Bewusstsein. Vielmehr handelt es sich darum, den Sinnen Zeit und Raum zu geben in Stille kommen zu dürfen. Sowohl im tatsächlich stillen Raum, als auch im Tosen des Lebens die Ruhe bewahren und bewusst die eigenen Sinne zurückzuziehen. Infolgedessen in einen Bewusstseinszustand der Akzeptanz und des allumfassenden Erlebens, der Welt, Umwelt mit all seinen Wesen uns schlussendlich eben das eigene Sein – den eigenen Menschen wahrzunehmen, wie es sich zeigen will in diesem Augenblick.


Hindernisse auf dem Weg zum meditativen Zustand

In Zuständen von Losgelöstheit und äußerer Stille, kann es jedoch unter Umstäden durchaus ganz schön laut werden im eigenen Inneren: Ängste, Wut, Trauer, Gedankenüberflutung, körperliche Reaktion in Form von Schmerzen oder Nervosität oder aber auch starke Sehnsüchte, unerfüllte Wünsche, die plötzlich wieder ans Tageslicht kommen, sind auf dem Weg des meditativen Zustands keine Seltenheit. All das darf sein - Licht und Schatten der menschlichen Existenz als wichtige Aspekt im prozessorientierten Raum der Erfahrung . Denn wichtig sei erwähnt – Meditation ist nicht die Abwesenheit all dieser unterschiedlicher Dynamik im Leben. Meditation heißt auch, sich eben allem, was da kommt durch Beobachtung hinzugeben. Auch wenn diese Reaktionen, welcher Art auch immer, zunächst häufig als störende Faktoren, frustrierende Gefühle, Hindernisse und Widerstände auftauchen, so bedeuten diese Symptomatiken ein verstecktes Geschenk der Selbstwahrnehmung, Selbstakzeptanz, der Weiterentwicklung und dem Wachstum des eigenen Seins. Doch auch das geschieht in den meisten Fällen nicht einfach so. Wenn bestimmte (Lebens-)themen immer wieder auftauchen, die Gedanken kreisen, intensive Emotionen hochkommen, ist es zu Anfang vielleicht schwer in Annahme und Beaobachtung zu gehen. Da kann es helfen, sich ein Ventil zu suchen, um vorab schon rauszulassen, sich körperlich auszupowern, Angestautes mal rauszuschreien oder sich mit seinen Themen jemandem anzuvertrauen – häufig dehnt sich infolgedessen bereits ein Zustand der Erleichterung aus und bringt einen gewissen Grad an Stille mit sich. Schöne Mittel, um die Basis für Meditation zu schaffen und wahrlich ins Beobachten zu gehen.


Meditation als Methodik

Als Weg zur Stille werden gerne Methodiken als Meditation angewandt und auch als solche benannt. Sie sind jedoch defacto nicht Meditation an sich – also der beschriebene Zustand – sondern eben Techniken, um in einen meditativen Ruhezustand des Geistes zu gelangen. Ein geschützter und regelmäßiger Rahmen kann hier als hilfreiches Mittel angesehen werden, der immer weiter ausgedehnt werden und damit mehr und mehr in das eigene Alltagstreiben ausgedehnt und gelebt werden kann, sodass Meditation schlussendlich als Lebenseinstellung in mein Sein einkehrt und damit meine Reaktion auf die weltlichen, alltäglichen Reize zu bilden vermag.


Zustände von Meditation können passieren, ohne dass sie vielleicht als solche definiert werden. So können Naturerfahrungen, wie ein Spaziergang im Wald, das Lauschen von Meeresrauschen, Betrachten von Feuer, Ausdruck wie hingebungsvolles Beten oder Singen, ebenso intensive körperliche Bewegung eine Versenkung und tranceartiges Dasein mit sich bringen. Für Menschen, die bewusst den Sinnesrückzug üben wollen, bilden zahlreiche Methodiken der Meditation ein hilfreiches Mittel.


Klassischerweise wird im Sitzen und in Ruhe meditiert, was jedoch nicht als Allheilmittel angesehen werden sollte. Hier darf jeder Mensch sich frei fühlen seine Art zu finden: Ob in Stille oder von einer anderen Person angeleitet, im Sitzen, im Liegen, Stehen oder gar in Bewegung. Vor allem Osho hat die Bewegungsmeditation geprägt, in der nicht nur sich tanzend oder unkontrolliert bewegt werden darf, sondern auch die Stimme eingeladen wird in Ausdruck zu gehen. Es muss aber nicht direkt so wild zugehen, so ist auch das bewusste, sehr langsame Gehen und Abrollen des Fußes eine Art von Bewegungsmeditation.


Eine ruhigere Art der stimmlichen Meditation ist die Mantra-Rezitation, in der immer wieder über einen längeren Zeitraum ein Mantra wiederholt wird – ein schönes Beispiel, ist hier das "SaTaNaMa" (Sa=Geburt, Ta=Leben, Na=Tod, Ma=Wiedergeburt) aus dem Kundalini-Yoga, die mit dem monotonen Stimm-Ausdruck zusammen mit einer bestimmten Fingerabfolge Stille im Klang hervorruft. Ebenso wie die Klangreise aus dem Kreativen Hatha-Yoga, bei der man liegt und sich über einen Zeitraum von einer bis anderthalbstunden von mal mehr mal weniger lauten Klängen mitnehmen lassen kann. Auch der Atem bietet ein wunderbares Mittel, um einen meditativen Zustand einzuladen. Dabei geht es vor allem um die vertiefte Atmung, jedoch kann auch hier die Stimme mitgenommen werden, wie bei der "So-Ham-Atem-Meditation" (So Ham=Ich bin), in der das "So" lang und mit stimmlichem Ausdruck eingesogen wird und mit einem weichem "Ham" ausgehaucht wird.


Hingabe und Vertrauen, ebenso wie Wille, Konzentration und Fokus bilden beim Meditieren keine unwesentliche Rolle, da hier nicht nur auf der einen Seite Geschehen lassen eingeladen, sondern auch die Aufmerksamkeit auf etwas Bestimmtes gelenkt wird und somit das System von geistigen und körperlichen Reaktionen herunterfahren kann.


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